Anwendungshinweise

GC-MS/MS-Spurenanalytik halbflüchtiger Verbindungen in einer Methode

Erhalten Sie die Datenqualität bei gleichzeitiger Senkung der Nachweisgrenzen mit einer RMX-5Sil MS-Säule

18 Jan 2026

SVOC微量分析, GC-MS, 分析条件, クロマトグラム

Key Highlights

  • Eine neue Generation der Deaktivierung: Die TriMax-Technologie schafft einen außergewöhnlich stabilen und hochinerten Probenflussweg – die Grundlage für zuverlässige Spurenanalytik.
  • Saubere Peakformen bis in den Pikogrammbereich: Die hohe Inertheit verbessert die Peaksymmetrie über zahlreiche halbflüchtige Verbindungsklassen hinweg und eröffnet niedrigere Kalibrierbereiche bei gleichzeitig hoher analytischer Empfindlichkeit.
  • Mehr Analytik in einer Methode: Die hohe Säulenperformance unterstützt umfangreiche Analytenlisten und reduziert den Bedarf an mehreren, spezialisierten Säulen.
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Zusammenfassung

Diese Studie untersucht den Einfluss der neu entwickelten TriMax-Deaktivierung auf die GC-MS/MS-Analyse halbflüchtiger Verbindungen. Verglichen wurde die Leistungsfähigkeit von vier häufig eingesetzten analytischen Säulen. Die Bewertung erfolgte anhand von Peakasymmetrie, Kalibrierungslinearität, Wiederfindung und Reproduzierbarkeit. Untersucht wurden Verbindungen mit sehr unterschiedlichen chemischen Eigenschaften.
Die Ergebnisse zeigen, dass RMX-5Sil MS-Säulen mit TriMax-Deaktivierung eine deutlich inertere Oberfläche aufweisen als die Vergleichssäulen. Die Leistungsanforderungen wurden dabei für saure, basische und neutrale halbflüchtige Verbindungen erfüllt. Andere Säulen erreichten diese Kriterien jeweils nur für einzelne Verbindungsklassen.
Die gleichbleibend hohe Performance bei niedrigen Konzentrationen eröffnet Laboren neue Möglichkeiten. Arbeitsabläufe lassen sich vereinfachen, etwa durch reduzierte Probenextraktionsschritte oder die Konsolidierung von Methoden. Mit der TriMax-Deaktivierung werden zudem Aktivitätseffekte überwunden, die bei Säulen anderer Hersteller die quantitative Leistungsfähigkeit nachweislich begrenzen.

Einführung

Halbflüchtige organische Verbindungen (SVOCs) werden weltweit routinemäßig in Umweltproben überwacht. Ausschlaggebend dafür sind ihre weite Verbreitung und ihr potenzielles Risiko für die menschliche Gesundheit. Für diese Analysen haben sich GC-MS- und GC-MS/MS-Verfahren als Standard etabliert.
Der Einsatz von GC-MS/MS bietet dabei einen entscheidenden Vorteil: Die höhere Empfindlichkeit erlaubt niedrigere Nachweisgrenzen. Gleichzeitig lassen sich die Probenextraktionsvolumina reduzieren, was sowohl Zeit als auch Lösemittel spart. Extraktionsverfahren mit geringem Volumen sind meist einfacher und benötigen deutlich weniger Lösungsmittel, etwa Dichlormethan, als klassische Ansätze. Da die resultierenden Extrakte jedoch weniger konzentriert sind, greifen viele Labore gezielt auf GC-MS/MS zurück, um die analytische Leistungsfähigkeit dennoch sicherzustellen.

SVOCs bilden eine chemisch sehr heterogene Stoffgruppe. Einige dieser Verbindungen neigen dazu, mit aktiven Stellen im Probenflussweg zu wechselwirken, etwa mit Silanolgruppen. Solche Effekte machen sich besonders bei sehr niedrigen Konzentrationen bemerkbar und können den zuverlässigen Nachweis erschweren. In der Praxis werden daher häufig unterschiedliche GC-Säulen für verschiedene Zielanalyten eingesetzt. Verbreitet sind Säulen des Typs „5“ oder „5Sil“ mit mittlerer Polarität.
Mit steigenden Anforderungen an Empfindlichkeit und Nachweisgrenzen treten jedoch die Unterschiede zwischen den Herstellungsverfahren dieser Säulen zunehmend in den Vordergrund. Während neutrale Verbindungen meist kaum auf verbliebene aktive Stellen reagieren, zeigen saure und basische Analyten bereits bei geringsten Inhomogenitäten deutliche Effekte. Da sowohl basische Verbindungen wie Benzidin als auch saure Verbindungen wie Pentachlorphenol fester Bestandteil von Systemtauglichkeitsprüfungen sind und zugleich immer niedrigere Kalibrierbereiche gefordert werden, rückt die Oberflächeninertheit von GC-Säulen verstärkt in den Fokus.
GC-Säulen mit einer breit wirksamen Deaktivierung gewinnen vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen verlässliche Ergebnisse für saure, basische und neutrale halbflüchtige Verbindungen gleichermaßen. Zudem schaffen sie die Voraussetzung, Arbeitsabläufe zu vereinfachen – etwa durch geringeren Lösemittelverbrauch, stabile Geräteleistung und eine stärkere Konsolidierung analytischer Methoden.

In dieser Studie wurde die Leistungsfähigkeit der RMX-5Sil MS-Säule mit mehrerer GC-Säulen verglichen, die in der Routineanalytik halbflüchtiger Verbindungen häufig eingesetzt werden. Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal der RMX-5Sil MS-Säule ist die spezielle Deaktivierung der Säulenoberfläche auf Basis der TriMax-Technologie. Dabei werden aktive Stellen gezielt durch eine robuste Polymerbeschichtung eliminiert, sodass ein hochgradig inerter Probenflussweg entsteht.
Trotz dieser modifizierten Oberfläche basiert die RMX-5Sil MS-Säule weiterhin auf einem klassischen 5Sil-Polymer und kann daher als direkter Ersatz für herkömmliche 5Sil-Säulen eingesetzt werden. Die deutlich erhöhte Oberflächeninertheit wirkt sich jedoch spürbar auf die chromatografische Performance aus. Sie verbessert die Peakform über eine Vielzahl von Verbindungsklassen hinweg und ermöglicht stabile Kalibrierungen bis in den Spurenbereich, ohne Abstriche bei der Datenqualität.

Experimenteller Teil

Standard- und Probenvorbereitung

Kalibrierstandards, die sauren, basischen und neutralen halbflüchtigen Verbindungen enthielten, wurden in Dichlormethan in Konzentrationen von 0.5 bis 5000 ppb hergestellt, um den niedrigsten linearen Kalibrierbereich für jeden Analyten zu bestimmen. Für jede Säule wurden frische Kalibrierstandards hergestellt. Außerdem wurden Standards für die Wiederfindungsprüfung im mittleren Bereich bei 50 ppb hergestellt.

Gerät

Die Proben wurden auf vier Arten von Säulen (RMX-5Sil MS, zwei Premium-Säulen eines Mitbewerbers und eine herkömmliche Säule eines Mitbewerbers) in der Dimension 30 m, 0.25 mm ID und 0.25 μm getestet. Ein Thermo TRACE 1310 GC in Verbindung mit einem TSQ 8000 Massenspektrometer wurde für die Analyse halbflüchtiger Verbindungen unter den unten aufgeführten Bedingungen verwendet. Die verwendeten Bedingungen wurden vereinfacht, um eine Standardisierung und einen direkten Vergleich der getesteten Säulen zu ermöglichen. Bei Routinearbeiten können andere Einstellungen für den Inlet, den Ofen oder den Detektor verwendet werden, um die chromatografischen Ergebnisse weiter zu verbessern. Die optimierten Bedingungen werden in einer separaten Studie mit sehr niedrigen Konzentrationen dargelegt, die eine erweiterte Liste von 150 häufig analysierten halbflüchtigen Verbindungen umfasst [1].

Injektionsvolumen: 1 µL
Liner: Topaz 4 mm Precision Inlet Liner m. Glaswolle (Art.-Nr. 23267) Injektionsport: 250 °C; 5:1 Split; 1.2 mL/min
Trägergas:Helium
Ofentemperatur:40 °C (1 min) auf 280 °C mit 12.4 °C/min auf 315 °C mit 3.3 °C/min (1 min)
Detektor: MS/MS; SRM-Modus; Temperatur der Transferleitung 280 °C; Quelle 330 °C (SRM-Übergänge siehe Abbildung 1)

Bewertung der Datenqualität

Die Datenqualität wurde anhand mehrerer Kriterien bewertet: Peakasymmetrie, Linearität, Wiederfindung und Reproduzierbarkeit. Für jede dieser Kenngrößen wurde die Gesamtleistung gemäß den in Tabelle I definierten Kriterien eingestuft.
Die Peakasymmetrie wurde für jede Verbindung als Maß für die Inertheit der Säule herangezogen. Die Linearität wurde sowohl über den Bestimmtheitskoeffizienten (R²) als auch über den relativen Standardfehler (%RSE) beurteilt. Die Wiederfindung wurde für jeden Analyten am niedrigsten Kalibrierpunkt (LCP) sowie bei 50 ppb bestimmt. Der Messpunkt bei 50 ppb diente zugleich zur Bewertung der Reproduzierbarkeit der Wiederfindung.

Tabelle I: Klassifizierungen der Datenqualität

IdealAkzeptabelSchlecht
Asymmetrie0.9-1.20.5-0.9 oder 1.2-2<0.5, >2
Linearität (R2)>0.9950.990-0.995<0.990
Linearität (%RSD)<10%11-20%>20%
Wiederfindung (LCP)70-130%50-69% oder 131-200%<50%, >200%
Wiederfindung (50 ppb)70-130%50-69% oder 131-200%<50%, >200%
Wiederholbarkeit (%RSD bei 50 ppb)<10%11-20%>20%

Ergebnisse und Diskussion

Chromatografische Performance

Silanolgruppen zählen zu den häufigsten Ursachen für aktive Stellen auf der Fused-Silica-Oberfläche von GC-Säulen. Um ihre Auswirkungen zu minimieren, setzen Säulenhersteller unterschiedliche Deaktivierungsverfahren ein. Ist diese Deaktivierung jedoch nicht ausreichend wirksam, können Analyten mit den verbleibenden Silanolen wechselwirken. Die Folge sind eine verzögerte oder ungleichmäßige Desorption aus der stationären Phase, Peaktailing sowie weitere Effekte wie Retentionszeitverschiebungen und eine verminderte Empfindlichkeit.
Besonders betroffen sind saure und basische Verbindungen. Phenole können über Wasserstoffbrückenbindungen an Silanolgruppen binden, während basische Analyten wie Benzidin Säure-Base-Wechselwirkungen mit der Säulenoberfläche eingehen. Eine zentrale Herausforderung bei der Analyse halbflüchtiger Verbindungen liegt darin, dass sie viele unterschiedliche Verbindungsklassen umfassen. Diese interagieren über verschiedene Mechanismen und in unterschiedlicher Stärke mit aktiven Stellen, sodass eine Säulendeaktivierung breit und zuverlässig wirken muss.

Um die Silanolaktivität gezielt und dauerhaft zu unterdrücken, wurde für alle RMX-Säulen die TriMax-Deaktivierung der nächsten Generation entwickelt. Dabei wird die Oberflächenaktivität durch eine robuste Polymer–Fused-Silica-Grenzfläche deutlich reduziert, sodass Wechselwirkungen zwischen Analyten und Silanolgruppen wirksam verhindert werden. Wie in Abbildung 1 gezeigt, resultiert daraus eine durchgängig hohe chromatografische Performance mit scharfen, symmetrischen Peaks – auch für bekannte problematische Verbindungen wie 2,4-Dinitrophenol (2,4-DNP), Pentachlorphenol und Benzidin.

Abbildung 1: Unter den standardisierten Bedingungen der Vergleichsuntersuchung zeigte die RMX-5Sil MS-Säule für zahlreiche halbflüchtige Verbindungen saubere, gut geformte Peaks. Optimierte Bedingungen für die Analyse von 150 halbflüchtigen Verbindungen bei niedrigen Konzentrationen sind in der entsprechenden Methode beschrieben [1]
Low-Level Acidic, Basic, and Neutral Semivolatiles on RMX-5Sil MS by GC-MS/MS

GC_EV1528

Peaks

PeakstR (min)Conc.
(ng/mL)
Mass 1Product 1Collision energy 1Mass 2Product 2Collision energy 2
1.N-Nitrosodimethylamine3.555074446744216
2.Pyridine3.5950795126522618
3.2-Fluorophenol5.0350112926926314
4.Phenol-d66.375099718996918
5.Phenol6.4050946610946516
6.Aniline6.4550936610936520
7.2-Chlorophenol6.625012864141286324
8.1,4-Dichlorobenzene-d46.96100150115141507826
9.2-Methylphenol7.38501088081087724
10.3- and 4-Methylphenol7.6650704361077714
11.Nitrobenzene-d57.895012882121285428
12.2-Nitrophenol8.545013981121391098
13.2,4-Dimethylphenol8.6150122107121227720
14.Benzoic acid8.725012210581227720
15.2,4-Dichlorophenol8.955016263241629812
16.Naphthalene-d89.181001361341413610818
17.Naphthalene9.23501281021612910314
18.4-Chloroaniline9.3550127100101276520
19.2,6-Dichlorophenol9.375016263241646326
20.4-Chloro-3-methylphenol10.2850142107121077712
21.2-Methylnaphthalene10.5350141115161418930
22.1-Methylnaphthalene10.7150141115161418930
23.2,4,6-Trichlorophenol11.095013297101969724
24.2,4,5-Trichlorophenol11.095013297101969724
25.2-Fluorobiphenyl11.26501721711217217022
26.o-Nitroaniline11.665013892121386522
27.Acenaphthylene12.2450152102261527636
28.3-Nitroaniline12.495013892121386520
29.Acenaphthene-d1012.531001621601816416214
30.Acenaphthene12.6050153126361537738
31.2,4-Dinitrophenol12.705018415461547912
32.4-Nitrophenol12.905013910961398114
33.2,3,4,6-Tetrachlorophenol13.21502321681223413124
34.4-Nitroaniline13.605013810881388018
35.Fluorene13.61501651152416513926
36.4,6-Dinitro-2-methylphenol13.7150198168619812110
37.Diphenylamine13.885016966221706622
38.2,4,6-Tribromophenol14.10503301413633214334
39.Pentachlorophenol15.04502281651427016922
40.Phenanthrene-d1015.401001881602018415622
41.Phenanthrene15.46501781521817815132
42.Dinoseb15.4950163116142402118
43.Anthracene15.54501781521817715118
44.Fluoranthene17.78502021762620215230
45.Benzidine18.05501841561818416616
46.Pyrene18.20502001742220014934
47.p-Terphenyl-d1418.57502442421424424022
48.3,3′-Dichlorobenzidine20.53502521542625218122
49.Chrysene-d1220.551002402381424023630
50.Benz[a]anthracene20.63502282022222620028
51.Chrysene20.63502282022222820136
52.Benzo[b]fluoranthene22.90502522262225022424
53.Benzo[k]fluoranthene22.91502522262225022424
54.Benzo[a]pyrene23.66502522262225022426
55.Perylene-d1223.811002642622026426034
56.Indeno[1,2,3-cd]pyrene26.74502762743827625030
57.Dibenz[a,h]anthracene26.8050139126813911314
58.Benzo[ghi]perylene27.47502762743813812512

Conditions

ColumnRMX-5Sil MS, 30 m, 0.25 mm ID, 0.25 µm (cat.# 17323)
Standard/Sample
8270 Calibration mix #1 (cat.# 31618)
8270 Calibration mix #2 (cat.# 31619)
8270 Calibration mix #5 (cat.# 31995)
Base neutral surrogate mix (4/89 SOW) (cat.# 31024)
Acid surrogate mix (4/89 SOW) (cat.# 31025)
Revised SV internal standard mix (cat.# 31886)
Diluent:Dichloromethane
Conc.:50 ppb (100 ppb internal standards)
Injection
Inj. Vol.:1 µL split (split ratio 5:1)
Liner:Topaz 4.0 mm ID Precision liner w/wool (cat.# 23267)
Inj. Temp.:250 °C
Split Vent Flow Rate:6 mL/min
Oven
Oven Temp.:40 °C (hold 1 min) to 280 °C at 12.4 °C/min to 315 °C at 3.3 °C/min (hold 1 min)
Carrier GasHe, constant flow
Flow Rate:1.2 mL/min @ 40 °C
DetectorSRM/MRM
Acquisition Type:SRM/MRM
Source Temp.:330 °C
Transfer Line Temp.:280 °C
Analyzer Type:Triple Quadrupole
Ionization Mode:EI
Collision Gas:Ar
Tune Type:PFTBA
Tune Emission Current:70 μA
InstrumentThermo Scientific TSQ 8000 Triple Quadrupole GC-MS
Sample PreparationStandards were combined and diluted to a concentration of 50 ppb with internal standards added at 100 ppb.

Um die Inertheit der RMX-5Sil MS-Säule mit der anderer, in der SVOC-Analytik häufig eingesetzter GC-Säulen zu vergleichen, wurde die Peakasymmetrie unter standardisierten Bedingungen bei einer Konzentration von 50 ppb bewertet. Dieser Konzentrationsbereich wurde bewusst gewählt, da er im mittleren Kalibrierbereich liegt und eine aussagekräftige Beurteilung der Asymmetrie erlaubt. Gleichzeitig werden Effekte berücksichtigt, die bei sehr niedrigen Konzentrationen durch ein Übergehen des Peaktailings in die Baseline maskiert sein können.
Wie Abbildung 2 zeigt, erreichte die RMX-5Sil MS-Säule für saure, basische und neutrale halbflüchtige Verbindungen bei einer größeren Zahl von Analyten ideale Peakasymmetrien als alle anderen untersuchten Säulen. Besonders deutlich war dieser Unterschied bei sauren und basischen Verbindungen. Dies erleichtert eine zuverlässige Identifizierung und Quantifizierung über ein breites SVOC-Spektrum hinweg und schafft die Voraussetzung, mehrere Analytenklassen in einem einzigen Lauf zu erfassen – ein klarer Vorteil für die Konsolidierung analytischer Methoden.

Abbildung 2: Eine Auswertung der Asymmetrie zeigt, dass die hochgradig inerten RMX-5Sil MS-Säulen ideale Peakform-Ergebnisse für mehr saure, basische und neutrale halbflüchtige Verbindungen liefern als andere analytische Säulen.
figure EVAN4919 02

Neben der insgesamt verbesserten Peakasymmetrie zeigten sich bei sehr niedrigen Konzentrationen auch deutlich stärkere Peaksignale für mehrere halbflüchtige Verbindungen, die als analytisch besonders anspruchsvoll gelten (Abbildung 3). Auf der RMX-5Sil MS-Säule ließen sich unter anderem Pyridin, Benzidin, Benzoesäure, 2,4-Dinitrophenol und Pentachlorphenol mit klar definierten Peaks erfassen, die eine zuverlässige Software-Integration ermöglichen. Während einige Vergleichssäulen für einzelne Verbindungen ähnliche Ergebnisse lieferten, fiel die Performance bei anderen Analyten deutlich ab. Die sichtbaren Unterschiede in der Peakform verdeutlichen, dass die durch die RMX TriMax-Deaktivierung erzielte Inertheit wirksamer ist als bei herkömmlichen Deaktivierungsverfahren, wie sie in anderen Säulen zum Einsatz kommen.

Abbildung 3: Die weitgehend inerten RMX-5Sil MS-Säulen erzeugten durchweg gute Peaksignale am niedrigsten Kalibrierpunkt (pg on-column) für eine Vielzahl problematischer aktiver Analyten.

Basische Verbindungen

Select Low-Level Basic Semivolatiles on RMX-5Sil MS by GC-MS/MS

GC_EV1531

Saure Verbindungen

Select Low-Level Acidic Semivolatiles on RMX-5Sil MS by GC-MS/MS

GC_EV1530

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Linearität

Eine gute Peaksymmetrie erleichtert die Integration und verbessert das resultierende Signal-Rausch-Verhältnis. Dadurch lassen sich lineare Kalibrierungen bis in niedrigere Konzentrationsbereiche realisieren. Die linearen Kalibrierbereiche der einzelnen halbflüchtigen Verbindungen wurden auf der RMX-5Sil MS-Säule bestimmt und variierten je nach Analyt (Tabelle II). Je nach Verbindung umfassten die Kalibrierungen zwischen fünf und elf Kalibrierpunkte. Die niedrigsten Kalibrierkonzentrationen lagen zwischen 0,5 und 100 ppb, was 0,1 bis 20 pg auf der Säule entspricht. Da die Linearität einer Kalibrierung stark von der Peakform und der Integration abhängt, wurden die Integrationseinstellungen für alle Säulen konstant gehalten. Nähern sich Peaks der Baseline oder zeigen ausgeprägtes Tailing, ist häufig eine manuelle Integration erforderlich. Dies erhöht den zeitlichen Aufwand pro Probe deutlich. Zwar lassen sich solche Effekte durch alternative Kalibriermodelle, etwa gewichtete lineare oder quadratische Ansätze, teilweise kompensieren, ideal ist jedoch eine lineare Kalibrierung. Wird für alle Analyten ein lineares Modell verwendet, kommt der Qualität der Peakintegration eine besondere Bedeutung zu. Abschließend ist zu beachten, dass der niedrigste Punkt eines linearen Kalibrierbereichs nicht zwangsläufig der tatsächlichen Nachweisgrenze entspricht.

Tabelle II: Kalibrierbereich der Ergebnisse und Anzahl der Kalibrierpunkte fûr jede halbflüchtige Verbindung.

NameMin (ppb)Max (ppb)Anzahl der Punkte
N-Nitrosodimethylamine210008
Pyridine5020006
2-Fluorophenol0.5206
Phenol-d622006
Phenol22005
Aniline22006
2-Chlorophenol0.52007
2-Methylphenol52006
3- and 4-Methylphenol210008
Nitrobenzene-d5510006
2-Nitrophenol52005
2,4-Dimethylphenol22006
Benzoic acid10020005
2,4-Dichlorophenol220009
Naphthalene1505
2,6-Dichlorophenol11005
4-Chloroaniline22006
4-Chloro-3-methylphenol520008
2-Methylnaphthalene1200010
1-Methylnaphthalene1200010
2,4,6-Trichlorophenol510007
2,4,5-Trichlorophenol1020008
2-Fluorobiphenyl0.5200011
o-Nitroaniline11006
Acenaphthylene52005
3-Nitroaniline21006
Acenaphthene520007
2,4-Dinitrophenol5020006
4-Nitrophenol520008
2,3,4,6-Tetrachlorophenol1020007
Fluorene520009
4-Nitroaniline22006
4,6-Dinitro-2-methylphenol51005
Diphenylamine52005
2,4,6-Tribromophenol2020007
Pentachlorophenol1010006
Phenanthrene12007
Dinoseb102005
Anthracene52006
Fluoranthene102005
Benzidine5020005
Pyrene51005
p-Terphenyl-d1412007
3,3′-Dichlorobenzidine202005
Benz[a]anthracene205005
Chrysene1010005
Benzo[b]fluoranthene2010005

Nachdem die linearen Kalibrierkurven zunächst auf der RMX-5Sil MS-Säule erstellt worden waren, wurden für alle weiteren Säulen Kalibrierungen unter identischen Bedingungen durchgeführt. Kalibrierbereich und Integrationseinstellungen wurden dabei unverändert übernommen. Die Qualität der linearen Anpassung wurde anhand des Bestimmtheitskoeffizienten R² (ungewichtet) sowie der relativen Standardabweichung (%RSD) bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass mit der RMX-5Sil MS-Säule für eine größere Anzahl von Verbindungen Kalibrierungen erzielt wurden, die die methodischen Anforderungen erfüllten (Abbildung 4). Die im Vergleich besseren R²- und %RSD-Werte weisen auf eine insgesamt stabilere Linearität der Kalibrierkurven hin. Dies wirkt sich unmittelbar positiv auf die quantitative Präzision und die Richtigkeit der Ergebnisse aus.

Abbildung 4: Mehr halbflüchtige Verbindungen erfüllen die Datenqualitätsziele (>0.995 R2 und <10% RSD) auf RMX-5Sil MS-Säulen als auf anderen Säulen, was ihre überlegene Kalibrierlinearität beweist.
figure EVAN4919 04

Wiederfindung

Die Wiederfindung wurde sowohl am niedrigsten Kalibrierpunkt als auch bei einer mittleren Konzentration von 50 ppb bestimmt, um den Einfluss der Säulenauswahl zu bewerten. Die Reproduzierbarkeit der Wiederfindung wurde bei 50 ppb untersucht, da dieser Konzentrationsbereich die Säulenperformance besser widerspiegelt als der niedrigste Kalibrierpunkt (LCP). Am LCP wird die Peakform stärker vom instrumentellen Grundrauschen beeinflusst. Wie Abbildung 5 zeigt, lagen die Wiederfindungsraten am LCP auf der RMX-5Sil MS-Säule deutlich über denen der anderen getesteten Säulen. Dies weist auf eine effektivere Deaktivierung hin, die sowohl die Peakantwort als auch die Integration im Spurenbereich verbessert. Bei der mittleren Konzentration von 50 ppb zeigten alle Säulen vergleichbare Wiederfindungsraten, die Ergebnisse auf der RMX-5Sil MS-Säule waren jedoch deutlich konsistenter. Die Reproduzierbarkeit der Wiederfindung hängt eng mit der Peakform und dem verwendeten Integrationsalgorithmus zusammen. Bereits geringe Unterschiede in der Peakform können die Integration beeinflussen und zu Streuungen zwischen einzelnen Injektionen führen. Die hohe Konsistenz der mit der RMX-5Sil MS-Säule erzielten Ergebnisse zeigt, dass die TriMax-Deaktivierung die Oberflächenaktivität wirksam reduziert und damit eine wichtige Ursache für Variabilität zwischen Injektionen minimiert.

Abbildung 5: Die RMX-5Sil MS-Säule weist die meisten Verbindungen auf, die sowohl am niedrigsten Kalibrierungspunkt (LCP) als auch bei 50 ppb eine Wiederfindung von 70 bis 130% erreichen. Außerdem war sie sehr konsistent und hat die meisten Verbindungen, die <10% RSD bei 50 ppb erreichten.
figure EVAN4919 05

Schlussfolgerung

Säulen des Typs 5 und 5Sil bieten grundsätzlich eine geeignete Selektivität für die Analyse halbflüchtiger Verbindungen und sind weltweit etabliert. Herkömmliche Deaktivierungen reichen jedoch oft nicht aus, um alle aktiven Stellen zuverlässig zu blockieren. Das erschwert insbesondere die Analyse aktiver Verbindungen im Spurenbereich. Die Folge sind Einschränkungen in der Datenqualität und ein höherer analytischer Aufwand – etwa dann, wenn unterschiedliche Säulen für verschiedene Analytengruppen eingesetzt werden müssen oder Qualitätskriterien nicht zuverlässig erreicht werden. Die in dieser Studie vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die bei RMX-5Sil MS-Säulen eingesetzte TriMax-Deaktivierung eine deutlich höhere Inertheit der Säulenoberfläche erreicht. Dadurch wird eine konsistent hohe Performance für alle getesteten Verbindungsklassen erreicht. Mit RMX-5Sil MS-Säulen konnten die definierten Datenqualitätsziele für deutlich mehr halbflüchtige Verbindungen erfüllt werden als mit anderen analytischen Säulen. Diese verbesserte Leistung für saure, basische und neutrale Analyten eröffnet Laboren neue Spielräume: geringerer Lösemittelverbrauch, stabilere Methoden und eine stärkere Konsolidierung analytischer Verfahren – bei gleichzeitigem Ersatz herkömmlicher 5-Säulen.

Literaturhinweise

  1. E. Pack, C. English, R. Dhandapani, and C. Myers, Increase lab efficiency with an expanded trace-level semivolatiles method, Featured application note, EVFA5253, Restek Corporation, 2025. https://discover.restek.com/articles/evfa5253/increase-lab-efficiency-with-an-expanded-trace-level-semivolatiles-method
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Revidierter SV Interner Standard Mix, 4000 μg/mL, Methylenchlorid, 1 mL/Ampulle

Authors

  • Erica Pack, PhD

    Erica is an interdisciplinary GC applications and technologies scientist at Restek. She obtained her bachelor's degree in forensic biology from The Pennsylvania State University, and her doctorate from Virginia Tech in plant pathology, physiology, and weed science. Since joining Restek in 2021, she has worked with a wide variety of GC columns, including fused silica, MXT, PLOT, and packed columns as well as accessories, such as liners, valves, and methanizers.

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  • Jason Hoisington

    Jason Hoisington received his bachelor’s degree in general science with a focus on chemistry from the University of Alaska, Fairbanks. He worked for SGS Environmental for seven years in environmental soil and water testing, developing methods for the analysis of volatiles and semivolatile organics to include pesticides and polychlorinated biphenyls (PCBs). In 2012, Jason moved on to lab and application support for Dow Chemical Company, providing advanced analytical troubleshooting and method development. In 2019, Jason joined Restek and has focused on air applications.

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  • Chris English

    Since 2004, Chris has managed a team of chemists in Restek's innovations laboratory who perform new product testing, method development, and applications work. Before taking the reins of our lab, he spent seven years as an environmental chemist and was critical to the development of Restek’s current line of volatile GC columns. Prior to joining Restek, he operated a variety of gas chromatographic detectors conducting method development and sample analysis. Chris holds a BS in environmental science from Saint Michael's College.

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  • Ramkumar Dhandapani

    Dr. Ramkumar Dhandapani is a seasoned analytical chemist with over 23 years of experience in the chromatography industry and a Ph.D. in analytical chemistry. During his career, he has specialized in method development, validation, and the troubleshooting of chromatography methods. He has developed numerous regulatory-compliant methods across diverse sectors, including environmental analysis, food quality and safety, pharmaceutical, fuels, and chemical industries. Currently, Dr. Dhandapani is the Director of Product Management at Restek, he is keen on innovation in chromatography and scaling breakthrough innovations to market as commercial products.

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  • Colton Myers

    Colton Myers is the R&D manager for sample preparation at Restek Corporation with over 10 years of experience in product development and application innovation, particularly in solid phase microextraction (SPME) and volatile analysis. He has made contributions across various industries, authoring multiple peer-reviewed publications. Starting his career in quality control before transitioning to the GC Innovations team, Colton now leads a team dedicated to advancing sample preparation and collection technologies. He holds a BS in chemistry from Juniata College.

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